Vorbericht Open Air 2016

Hier gehts zur Mitteilung: http://www.bernerzeitung.ch/region/oberland/magic-5-als-headliner-am-minifestival/story/28961941

Magic 5 als Headliner am Mini-Festival

Das Open Air Tiefental ist eines der kleinsten seiner Gattung in der Schweiz. Am Wochenende findet es bereits zum 22. Mal statt; zum 2. Mal unter der Leitung von Ralph ­Fischer.

Auf halbem Weg zwischen Brienz und Axalp, nach dem Restaurant Bramisegg, befindet sich das Tiefental. Eine Wiesenlandschaft eingekesselt von Böschungen. Hier findet seit Jahren eines der kleinsten Open Airs der Schweiz statt. Open Air Tiefental – ein Name, der eigentlich nicht das hält, was er verspricht.

Beim Besuch für diesen Vorbericht sind Ralph Fischer und Nina Schwegler gerade damit beschäftigt, die Bühne aufzubauen. Und zwar nicht «open air», sondern «indoor», in einem grossen Anbau des Bauernhofs.

Die zwei Bühnenarbeiter bilden gleichzeitig die Spitze des Organisationskomitees. Viel zusätzliches Personal gibt es hier nicht: Wer im OK mithilft, der packt überall an.

Magic 5 mit Bruno Dietrich

Im Tiefental, oder «Teiffental», wie die Brienzer sagen, hat es für die festivalüblichen Tausendschaften von Besuchern gar keinen Platz. «Unser Ziel sind 250 Besucher», sagt Ralph Fischer. Mit 300 bis 400 Leuten wären die Erwartungen übertroffen, fügt er an. Das Open Air Tiefental findet zum 22. Mal statt.

Bei den ersten 20 Durchführungen war Ralph Fischers Vater Peter der Chef. Heute stellt er noch seinen Hof mitsamt Land zur Verfügung und hilft, wo es zu helfen gibt. Die Leitung liegt nun zum 2. Mal in den Händen des 24-jährigen Juniors.

Erstmals lief nun auch das Booking über Ralph Fischer. Er sei ziemlich stolz, sagt er, mit Magic 5 einen grösseren Fisch an Land gezogen zu haben. Die Band ist kein Quintett, sondern ein Trio, bestehend aus Bruno Dietrich (Gesang und Schlagzeug), Mario Capitanio (Gitarre und Gesang) sowie Peter Enderli (Bass).

Ersterer, der Sohn von Marc «Cuco» Dietrich, ist auch solo erfolgreich unterwegs; die zwei Letzteren sind feste Grössen in Polo Hofers Begleitband. «Lieblingssongs aus 60 Jahren Musikgeschichte» lautet ihr Motto. Rock, Soul und Blues von drei Spitzenmusikern.

Die weiteren Acts hat Fischers Team aus Bewerbungen ausgelesen, die per Mail eingetroffen sind: Tison Candelo klingen südamerikanisch, The Music Monkeys karibisch mit ihrem Reggae. Splashing Pinguins nennt sich eine Band mit Bläsersatz, die mal nach Indie, mal nach Ska und sogar nach russischer Polka tönt.

Und die junge Singer-Songwriterin Marey, bekannt aus «Die grössten Schweizer Talente», hat einen Auftritt am Sonntagmorgen um 10 Uhr, als Musik zum Aufwachen quasi.

Praktisch alles am Open Air Tiefental ist klein, aber fein. Auch das obligate Feuerwerk, der schon fast kultige Toi­lettenwagen und die Festwirtschaft. Bratwürste und weiteres Fleisch stammt von Fischers Hof, und die Pommes frites sind selber gemacht. Bezahlt wird übrigens nicht mit Franken, sondern mit «Axen», der Währung, mit der im Tiefental gemeinhin bezahlt wird. Eine Wechselstube ist garantiert vorhanden.

Schon beinahe winzig ist auch das Budget, mit dem die Crew im Tiefental operiert. Die ursprünglich 22'000 Franken hat Ralph Fischer auf 12'000 Franken heruntergeschraubt. Damit wird die Verpflegung sichergestellt, die Tontechnik getilgt und die Gagen ausbezahlt.

Dass damit eine gehobene Qualität auf die Bühne gebracht werden kann, dazu braucht es das Entgegenkommen der Künstler. «Viele Musiker spielen bei uns zu tieferen Preisen als üblich», so Fischer. Es ist wohl dem Charme des Minifestivals zu verdanken.